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VIP+-Förderung vom Bund

Mit innovativem Verfahren zu wirksameren Medikamenten

Mehrere Personen diskutieren an einem technischen Gerät hinter Glas. © Martina Hengesbach​​/​​TU Dortmund
Um die Bioverfügbarkeit schwer wasserlöslicher Arzneistoffe zu verbessern, hat ein Team um den Verfahrenstechniker Prof. Markus Thommes von der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen (BCI) einen neuartigen „Schmelzelektrofilter“ entwickelt und mithilfe des CET patentieren lassen. Mit 1,1 Millionen Euro aus dem Förderprogramm VIP+ des Bundes sollen das Innovationspotenzial des Verfahrens nun nachgewiesen und Anwendungsbereiche erschlossen werden. Am 30. September überreichte der Parlamentarische Staatssekretär Matthias Hauer dem Team den symbolischen Förderbescheid für das Projekt namens „MediMikroPart“.

Matthias Hauer, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR): „Mit der Hightech Agenda Deutschland stärken wir Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Souveränität durch Forschung und Technologie – gerade auch in der Biotechnologie und der Pharmaindustrie. Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in die Anwendung zu bringen und innovative Unternehmen auch in der Gesundheitswirtschaft in Deutschland zu stärken. Das BMFTR-Programm für die Validierungsförderung VIP+ ermöglicht, dass aus exzellenter Forschung konkrete Anwendungen und – wo immer möglich – wirtschaftliche Wertschöpfung und gesellschaftlicher Nutzen entstehen. Das VIP+-Förderprojekt MediMikroPart wird mit seinem innovativen Schmelzelektrofilter einen wichtigen Beitrag für die pharmazeutische Industrie, für unseren Forschungs- und Innovationsstandort und letztlich für ein leistungsfähiges und effizientes Gesundheitssystem leisten. Ich wünsche dem Projektteam größtmöglichen Erfolg.“

Damit ein Medikament im Körper optimal aufgenommen werden kann, muss sich der darin enthaltene Wirkstoff gut in Wasser lösen. Genau das ist jedoch häufig eine Herausforderung. Mithilfe des neuen Schmelzelektrofilters können Arzneistoffpartikel gleichmäßig und schonend in eine Trägermatrix aus Hilfsstoffen eingebettet werden. Die Trägermatrix wirkt dabei wie eine „funktionale Umgebung“, die dem Wirkstoff hilft, sich im Körper besser zu entfalten, ohne dass sich seine chemische Struktur verändert. Um dies zu erreichen, werden die Arzneistoffpartikel zunächst durch Sprühtrocknung erzeugt und anschließend in den Schmelzelektrofilter geleitet. Dort werden sie in einer Schmelze abgeschieden, die nach dem Erstarren als Matrix dient. Ein neuartiger Aerosol-Generator hilft außerdem dabei, besonders kleine Partikel im niedrigen Mikrometerbereich zu erzeugen. 

Pharmazie, Lebensmitteltechnologie oder Pflanzenschutz

„Mit unserem Verfahren konnten wir bereits eine signifikante Verbesserung des Auflösungsverhaltens schlecht wasserlöslicher Wirkstoffe beobachten. Wir freuen uns, dass wir mit der Validierungsförderung die Technologie nun weiterentwickeln können“, sagt Prof. Thommes, der seit 2014 den Lehrstuhl Feststoffverfahrenstechnik an der Fakultät BCI innehat. Das neue Verfahren ist in erster Linie für pharmazeutische Anwendungen vorgesehen, kann aber auch in der Lebensmitteltechnologie oder im Pflanzenschutz eingesetzt werden. 

Die PROvendis GmbH hatte im Auftrag der TU Dortmund die Schutzrechte für das neue Verfahren angemeldet. Seit Mai 2025 ist das Patent in den USA erteilt. Zudem besteht ein europäischer Schutz. „Auf dem Weg Richtung Markt sehen wir, dass unser breit aufgestelltes Schutzrechteportfolio ein bedeutender Faktor ist, um erfolgreich Förderungen einzuwerben“, sagt Prof. Thommes. Sein Schmelzelektrofilter war auch bereits im landesweiten Förderwettbewerb „NRW-Patentvalidierung“ erfolgreich und erhielt so die ersten 200.000 Euro, um den technologischen Reifegrad weiter zu steigern. 

Unterstützung von Anfang an

Die TU Dortmund begleitet Erfindungen wie diese von Beginn an. So prüft das Justitiariat, ob Rechte Dritter betroffen sind. PROvendis bewertet die Erfolgsaussichten einer Schutzrechteanmeldung und übernimmt sowohl die Anmeldung als auch die Aufrechterhaltung der Schutzrechte. Die anfallenden Kosten für die Schutzrechte trägt dabei die TU Dortmund. Gemeinsam mit PROvendis unterstützt die Universität zudem bei der Identifikation geeigneter Förderprogramme zur Weiterentwicklung der Erfindung. Über all diese Schritte hinweg berät und begleitet das Team des Centrums für Entrepreneurship & Transfer (CET) die Wissen­schaft­ler*innen kontinuierlich durch den gesamten Prozess.

Über das Förderprogramm VIP+ 

Das Förderprogramm „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt lädt Wissen­schaft­ler*innen ein, den ersten Schritt in Richtung wirtschaftlicher Wertschöpfung oder gesellschaftlicher Anwendung ihrer Forschungsergebnisse zu gehen. Die Validierung bildet im Prozess des Wissens- und Technologietransfers die Brücke zwischen der Ideenfindung und Anwendung. Ziel der Validierungsphase ist es, das Innovationspotenzial der Forschungsergebnisse zu prüfen, nachzuweisen und zu bewerten sowie mögliche Anwendungsbereiche zu erschließen.

Gruppe von Menschen vor Anlage © Martina Hengesbach​​/​​TU Dortmund
Staatssekretär Matthias Hauer (l.) übergab den Förderbescheid an (v.l.n.r.) Louisa-Lynn Siebert-Sambor und Prof. Markus Thommes – im Beisein von Prof. Manfred Bayer und Dr. Sabine Giessler-Blank.
Anlage © Martina Hengesbach​​/​​TU Dortmund
So ähnlich wird die neue Anlage aussehen, diese stammt aus einem Vorgängerprojekt.